„Das etwas andere Jugendfestival“

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Christival: LED-Kreuz, Foto von soulstyled

Mit dem o.g. Horrortitel wollen die VeranstalterInnen des Christival 2008 bis zu 20.000 junge Gläubige nach Bremen locken. Die Schirmherrin des Festivals ist die Unfassbare, die Mutter nach Nation, die Geheimwaffe der CDU, die böse Zwilingsschwester von Renate Schmidt und Ministerin für Familie, Frauen und Gedöns: Ursula von der Leyen. Beim Christival kann man vom 30. April bis zum 4. Mai mit den Jugendlichen bis tief in die Nacht beten, christliche Bands und Filme wegknuspern und sogar Seminare besuchen.

Um eines dieser Seminare kreist seit dem 09. Januar eine öffentliche Debatte, deren zentrales Thema der Umgang mit Homesexuellen in der Kirche ist. Homosexualiät ist keine Krankheit (mehr), das hat die Weltgesundheitsorganisation 1992 (!) entschieden. Aber die Anhänger des nackten Mannes, der sich vor 2000 Jahren an einen Baum nageln ließ, denken das wohl nicht. Das Thema des besagten Seminars lautet „Seminars Nr. 644 „Homosexualität verstehen – Chance zur Veränderung“. Darin sollten „konstruktive Wege heraus aus homosexuellen Empfindungen“ offenbart werden.

Nach einer kleinen Anfrage der Grünen und einer butterweichen Antwort der Bundesregierung ist trügerische Ruhe eingebrochen. Doch scheinbar regt sich noch etwas: In einer Meldung der Festivalbetreiber heißt es: „[Uns] stehen […] bereits gebuchte Veranstaltungsräume […] nicht mehr zur Verfügung.“ Ein Partner des Festivals ist abgesprungen und hat bereits unterschriebene Verträge gecancelt. Man bemühe sich um Ersatzräume.

Ich wünsche dem Christival dabei viel Erfolg. Ich wünsche mir aber auch, dass auh andere  Seminarthemen des Festivals in dieser Weise angegriffen und lahmgelegt werden. Wie wäre es mit Seminar Nr. 109 „Hilfe, mein Nachbar ist Muslim“?

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