Archive for the ‘Ideengeschichte’ Category

Die simpelste Darstellung eines zeitlichen Verlaufes könnte so aussehen: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft. Dieser Moment ist die Gegenwart, in ihm ist die komplette Vergangenheit enthalten und die beiden ergeben zusammen die Zukunft. Jetzt getroffene Entscheidungen und ausgeführte Handlungen mögen zwar von der Vergangenheit beeinflußt sein, aber sie werden dennoch dafür sorgen, dass sich die Zukunft an ihnen ausrichtet.

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Entkommt der Mensch dem Mittelpunkt?

Ein Paradigmenwechsel bezeichnet nach Thomas S. Kuhn den Übergang eines Wissens- oder Sinnsystems in das nächste. Als Beispiel für einen solchen Wandel wird oft die so genannte kopernikanische Wende angeführt. Kopernikus hat im Jahr 1543 mit seinem Werk De revolutionibus orbium coelestium einen Prozess eingeleitet, in dem die Erde nicht mehr als der Mittelpunkt des Universums aufgefasst wird. Diese neue Sichtweise sollte angeblich den alten Theorien diametral gegenüberstehen.

Die von Kopernikus eingeleitete Wende ist aber keine paradigmatische, da eine ganz grundlegende Auffassung durch sie nicht verworfen wurde: Dass der Mensch im Zentrum von Allem steht. Erst einmal astronomisch: Unser kleines Sonnensystem sollte ja immer noch der Mittelpunkt des Universums sein. Und dann auch noch ideengeschichtlich, denn der Humanismus hat den Menschen und seine Entwicklung ganz ins Zentrum seiner Überlegungen gestellt.