Archive for the ‘Privat’ Category

notiz

Seid meinem Umzug bin ich noch nicht wieder ans Netz angeschlossen, was einer akuten Unlust geschuldet ist, sich mit den Telefondienstleistern auseinanderzusetzen. Ich werde aber so ab dem 10. oder 11. diesen Jahres wieder ans Internet angekabelt sein.

Bis dahin muss ich euch leider mit sporadischen und spontanen Berichten und Essays vertrösten. Da mein Blog ja zum Teil auch der Stadt Oldenburg als Wohnort gewidmet ist, möchte ich auf diesem Wege meine Erfahrungen der letzten 14. Tage dokumentieren.

Ich bewege mich immer noch innerhalb von Oldenburg, dieses Mal bin ich sogar in die direkte Umgebung der Uni gezogen – ich kann sie vom Fenster aus sehen. Früher habe ich in Osternburg gelebt – wer sich in Oldenburg auskennt weiß von dieser Gegend, dass sie nicht zu den besten in Oldenburg zählt. Wohnungslose, Arbeitslose, Ausländer, Studenten, Aussteiger und reichlich bescheuerte Typen haben in unserer direkten Umgebung gewohnt. Am Tag unseres Auszuges wurde die ganze Straße abgeriegel, weil ein SEK wegen einer Messerstecherei gerufen wurde. Vor der Haustür verliefen die Bahnschienen, nachts zogen die Betrunkenen singend durch die Straßen und Jugendliche beschmierten Häuserwände mit rechtsradikalen Parolen. Alles in allem eine ziemlich interessante Gegend, wenn man sich gerne im Dreck dieser Stadt suhlt.

Die neue Wohnung liegt, wie gesagt, direkt an der Uni an einer Hauptstraße. Die ist zwar auch laut, aber ein Güterzug ist schlimmer. Und wenn man auf die Straße geht, kommen einem verträumte Akademiker auf Hollandrädern und iPod – geschädigte Fashionvictims entgegen. Es ist viel belebter, aber es gibt auch viel mehr ruhig gelegene Grünflächen.

Die Leute sind hier in diesem Teil Stadt zwar kühler zueinander, aber dafür wird man morgens auch nicht gleich von Junkys und Besoffenen empfangen, wenn man einen Fuß vor die Tür setzt. In den Supermarktschlangen trifft man andauernd Bekannte und Freunde aus dem Studium wieder. Das ist schön und eine willkommene Abwechslung zu dem eremitenartigen Dasein in Osternburg. Ich habe ein bißchen Angst davor, mit der Zeit aus diesem „Block“ in Bloherfelde nicht mehr raus zu kommen, da hier alle meine Bedürfnisse befriedigt werden, und ich wirklich keinen Grund sehe, mich noch in irgendwelche anderen Stadtteile zu begeben.

Das werde ich aber defintiv tun. Ich erstelle im Moment eine Fotoserie, die Oldenburg von einer anderen Seite soll. Diese andere Seite ist das Gegenstück zu dem, was herbeigezogene Studenten, die Touristen und Gäste von Oldenburg sehen und kennenlernen. Es geht um Ruinen, um einsame Menschen und um Leid in Oldenburg. Die Fotos werden auf der Webseite http://www.oldenburg.anti.de veröffentlicht, deren Fertigstellung auch bevorsteht.

Umzug.

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Erstens ziehe ich um und zweitens habe ich auch sonst ganz schön viel zu tun. Ich schreibe wohl ab dem 01. September mal wieder.

Wieso …

… sind Studentinnen eigentlich so ungesund ehrgeizig? Ich will damit nicht sagen, dass ich Antriebslosigkeit supertoll finde. Aber ich halte es für übertrieben, wegen einer 3,0 in einer Examensprüfung in Tränen auszubrechen. Na klar, man hat viel gelernt und dafür eine ganze Menge Zeit geopfert, aber wenn man auch sonst nur gute Noten hat dann hält sich der Effekt einer 3,0 in einer Teilprüfung doch in Grenzen. Und überhaupt: Leistungsdruck, Karrieregeilheit und außerdem der ungebremste Drang zu Profilierung.

Ente tot

Bedenkt, den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod des andern muss man leben.

Mascha Kaléko

Vor ein paar Wochen kam meine Freundin mit einem Entenküken in einem Pappkarton nachhause. Sie hatte es in einem Naturschutzgebiet vor dem sicheren Tod gerettet, denn es steckte rücklings im Schlick fest. Das Küken war noch ganz klein, und erschöpft von einem möglicherweise stundenlangen Todeskampf. Wir haben es dann als Findling aufgenommen und es aufgepäppelt. Rotlichtlampe, Wärmeflasche und eine Badegelgenheit organisiert, jede Menge Zeitungen auf meinen Teppichen ausgebreitet.

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Was …

… ich mag:Einen gekönnt aufgebrühten Kaffee mit Milch und Zucker. In meinem Lieblingscafé sitzen und die viel zu große Die Zeit aufschlagen. Mit den Fingerknöcheln knacken. Eine frische Packung Tabak öffnen und den herben Geruch genießen. Bemerken, dass meine kleine Büchersammlung stetig wächst. Die Philosophie für mich entdecken – z.B. Paul Feyerabend. Mich mit Leuten unterhalten, die eine interessante Perspektive einnehmen. Lernen. Lesen. Hören. Anderer Menschen Realitäten verstehen.