Archive for the ‘Uni’ Category

Mit dem Bachelor-Abschluss, den ich seit einigen Wochen habe, kann ich nicht promovieren. Dieser erste akademische Abschluss ermöglicht eigentlich keinen Einstieg in die wissenschaftliche Arbeit, z.B. weil er als Qualifikation zur wissenschaftliche MitarbeiterIn nicht ausreicht. Noch gibt es kaum Möglichkeiten, vor dem Bachelor-Abschluss oder sogar schon davor wissenschaftlich zu arbeiten. Dabei gibt es sogar Master-Programme, für die eigene wissenschaftliche Publikationen vorausgesetzt werden.

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youhavethepowerIch möchte gern die Veranstaltungsankündigung des AStA Oldenburg flankieren und auf dieses Termin hinweisen: „Thema Energie. Global, lokal, individuell“, Donnerstag, 11.12.2008, 18.00 Uhr, Uni Oldenburg, Raum A4-419. Die drei Referenten sind:

  • Andreas Röhrbein (EnergieGlasnost), Politikwissenschaftler und Historiker zu „Die Schlüsselrolle der Energie in der globalen Klima- und Wirtschaftskrise“,
  • Bernd Ohm, Übersetzer und Historiker (Mutter Erde) zu „Transition Towns: Kopf, Herz und Hände der Energiewende “ und
  • Ekkehard Darge, Biologe und Mediator im Umweltbereich zu „Was kann ich tun?“ – Tipps zum Energieanbieterwechsel & zur Senkung der Energieausgaben

Mythos Diskursanalyse?

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Diskurse – in Szene gesetzt von jahfool

Ganz schnell: Ein HInweis, Tipp oder heiße Empfehlung, doch zu der folgenden Tagung zu gehen:

Mythos Diskursanalyse? Über die Qualität qualitativer Politik- und Sozialforschung

Thema:
Ziel der Tagung ist es, die Debatte über Erträge und Einsatzmöglichkeiten der Diskursanalyse in der empirischen Politik- und Sozialforschung zu intensivieren. Dabei soll der state of the art der bislang vorliegenden empirischen Diskursanalysen bilanziert werden, um auf Probleme und neue Anwendungsmöglichkeiten hinzuweisen.

Das Programm gibt’s nach dem Klick.
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Wilhelm Reich

Wilhelm Reich mit einem seiner Cloudbuster

In einer aktuellen Hausarbeiten habe ich mich mit Wilhelm Reich und der Rezeption seiner Werke in den 68’ern befasst. Wilhelm Reich hat den Begriff der Sexuellen Revolution geprägt und 1933 eine der ersten psychologischen Faschismustheorien vorgelegt. Diese klinisch fundierte Theorie wurde gut 4o Jahre später maßgeblich durch die Kommunebewegung übernommen und auf deren Lebenswelt übertragen. Welche Fragen sie mit Reich gestellt haben, wie sie den Faschismus interpretiert haben und welche Wirkung Reichs Ideen noch heute haben wird in meiner Hausarbeit geklärt.

Ich habe mich aus verschiedenen Gründen dazu entschieden, die Arbeit ins Netz zu stellen. Insbesondere ist mein eigenes Blog eine ziemlich „niedrigschwellige“ Plattform – irgendein Journal würde meinen Beitrag eh nicht akzeptieren. Darüber hinaus ist das Thema gerade recht aktuell (40 Jahre 1968 … ), und so könnte sich für die Lektüre für Viele irgendwie lohnen. Ich habe mir auch Mühe gegeben, die online-Version möglichst leserlich zu gestalten. Für Rückfragen und Ergänzungen bin ich offen.

Hier könnt ihr die Arbeit lesen:

Und so kommt ihr zu der Datei:

Wilhelm Reich und die 68er: Online, als Open Office-Datei oder einfach als Pdf.

Am Dienstag, den 27. Mai 2008, veranstaltet das Hannah-Arendt-Zentrum der Universität Oldenburg von 18.00h bis 20.00h ein öffentliches Kolloquium mit der prominenten Ph.D. Peg Birmingham aus Chicago. Der Titel der Veranstaltung ist „Hannah Arendt and Human Rights“. Die Professorin aus Chicago bemühte schon in ihrem 2006 erschienenem Buch „Hannah Arendt & Human Rights: The Predicament of Common Responsibility“ eine natalistische Begründung der Menschenrechte – nach Arendt, das „Recht, Rechte zu haben“ und die Grundlage der politischen Inklusion. Der Natalismus unterstreicht die Möglichkeit der Menschen, einen Unterschied zu machen, zu handeln und zum politischen Raum zu gehören.

Die Einführung und die Moderation leistet Prof. Dr. Antonia Grunenberg – eine ausgewiesene Kennerin der Biographie und des Werkes von Hannah Arendt. Das Ganze findet statt im Audimax der Universität (Hörsaal 2, A 14) das mit einer Ausstellung zum Karl-Jaspers Jahr gerade beeindruckend ausstaffiert wurde. Die offizielle Ankündigung kann hier heruntergeladen werden.

Heute haben sich bereits viele soziale und berufliche Gruppen mit ihrer eigenen Rolle während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft auseinandergesetzt. Sogar das BKA ist dabei. Es geht dabei aber nicht darum, die Geschichte im Sinne einer „Vergangenheitsbewältigung“ abzuwickeln, sondern sich für das im eigenen Namen geschehene Unrecht „politisch verantwortlich“ zu zeigen. Diese Verantwortung besteht nicht gegenüber einer objektiven Vernunft oder Autorität (zum Beispiel „Gott“) – sie nimmt dich gegenüber dem „Zustand der Welt“ in die Pflicht, der durch individuelle und gemeinsame Handlungen beeinflusst werden kann. Die Erinnerung an ein Ereignis wie die Bücherverbrennung kann ein Zeichen der politischen Verantwortung sein – sie muss dafür aber von einer sich verantwortlich fühlenden Gruppe übernommen werden. Hannah Arendt konkretisierte den Begriff der politischen Verantwortung vor 40 Jahren in einem Vortrag:

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Heute hat ein Privatdozent an der Universität Oldenburg in einer Vorlesung der Wirtschaftswissenschaften einen Filmausschnitt gezeigt, in dem die Vorteile einer, seiner Meinung nach „gelungenen“, Prozessoptimierung dargestellt werden sollten. Hier eine Version von Youtube, aber Vorsicht – wenn du gerade Chicken Wings isst solltest du dir das besser nicht angucken:

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Der AStA der Uni Bremen und engagierte Studierende haben es sich auch beim Finale des Streites um die Implementierung des sogenannten Hochschulentwicklungsplan V (HEP V) nicht nehmen lassen, ihrem Unmut kreativen Ausdruck zu verleihen. In der Vergangenheit wurden Senatssitzungen gesprengt, dieses Mal haben sie dem Bremer Rektorat Krone und Szepter überreicht. Das Rektorat soll bei der Entscheidungsfindung am Willen der Mitglieder der Universität vorbei ein Programm beschlossen haben, dass viele kleine Fächer diskriminiert und für manche das Ende bedeutet. Der neue Etat der Universität fällt nun erheblich schlanker aus, rund 10.000.000 Euro wurden gekürzt.

Der AStA hat zwei Jahre gegen den Sparplan gekämpft und versucht, die Studierenden zu mobilisieren. Jetzt wurde der Plan ohne den Senat beschlossen – für den AStA Ausdruck eines Demokratiedefizits. Der Rektor, Professor Dr. Wilfried Müller, sieht das freilich anders. Für ihn verheißt HEP V zukünftige Planungssicherheit darüber, welche Professuren besetzt werden können, und welche nicht. Fächerübergreifend fallen 10 Prozent der Professuren weg – betroffen sind Behindertenpädagogik und Weiterbildung. Andere Fachbereiche haben profitiert, zum Beispiel die Politikwissenschaften und die Geowissenschaften. Dass zeigt, dass nun auch die Universität Bremen hauptsächlich ihre international sichtbaren Kerndisziplinen ausbauen möchte, bspw. um in der nächsten Runde der „Exzellenzinitiative“ bestehen zu können.

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Studentische Trinkrituale mögen eine lange Tradition haben. In den Zeiten von Studiengebühren macht regelmäßiges Trinken die 500 Euro aber zu einem ziemlich riskant angelegten Kapital. Wer viel trinkt vergisst gelernte Inhalte schließlich schneller als Abstinenzler. Natürlich muss man die Gründe für eine zugenommenen Alkoholgenuss unter Studenten klären. Liegt es vielleicht daran, dass die Universitäten die Schrauben angezogen haben und ihre Studenten möglichst schnell durch das Studium schleusen wollen? Aufgestauter Leistungsdruck, der sich als unverschämter biergeschwängeter Rülpser aus lernfaulen Studentenmündern entlädt? Der Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle (PSB) an der Uni Oldenburg meint: „Viele denken: Ich muss schnell mit dem Studium fertig werden, sonst habe ich beruflich keine Chance.“

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Oldenburg wird 2009 die deutsche „Stadt der Wissenschaft“ sein. Vor drei Jahren hat Oldenburg schon einmal Anlauf genommen, ist aber in der Vorrunde ausgeschieden. Dieses mal wurde mit großen Eifer und Ernst an der Bewerbung gearbeitet, und diese Arbeit macht sich nun bezahlt. Insgesamt wurden 16 Projekte in das Programm aufgenommen, die nun mit einer Summe von 250.000 Euo gefördert werden. Wichtiger als das Geld dürfte allerdings der relativ prestigeträchtige Titel sein, der nun schon zum fünften Mal vergeben wird. Schon zum dritten Mal trägt nun eine norddeutsche Großstadt Titel. Vergangene Wissenschaftsstädte waren zum Beispiel Bremen und Braunschweig, aber auch Jena und Dresden.

Das Oldenburger Konzept will offen für Ideen aus der Studierendenschaft und der Bevölkerung sein. Während der Bewerbung wurde auf den Plakaten ganz explizit mit dem Imperativ „Mach mit!“ geworben. In sog. „Ideenschmieden“ sollen ganz unterschiedliche Akteure gemeinsam Konzepte erarbeitet haben.

Das Interesse der Studierenden (und der Stadtbevölkerung?) hält sich aber in Grenzen. Von den Oldenburger Blogs berichtete bisher keines über den Wettbewerb. Die NWZ befördert das Thema am heutigen Freitag auf die Titelseite ihrer Printausgabe. Aber die Onlineredaktion der Lokalzeitung schreibt nichts über den gewonnenen Titel (oder sie ist schlicht wieder einmal zu langsam). Einige Studierend/e beschweren sich über das Event-Getöse des Wettbewerbs, der nicht dem eigenen Anspruch an Wissenschaftlichkeit/Nüchternheit gerecht werde. Aber in einem Seminar der Politikwissenschaften an der Universität Oldenburg mit dem Thema „Bürgerpartizipation: ‚Politik von unten'“ im WS o7/08 wusste kein/e Studierende/r über den Wettbewerb Bescheid.

Die Abkopplung des Wettbewerbs von den eigentlichen Akteuren der Wissenschaftsstadt Oldenburg, also den Studierenden, ist dabei wahrscheinlich nicht bei den Organisatoren und Designern der Bewerbung zu suchen. Sie haben viele Teilnahmemöglichkeiten eröffnet, beispielsweise ein Forum auf der Internetseite der Oldenburger Bewerbung, in dem Projektideen veröffentlicht werden konnten. Die Termine der „Ideenschmieden“ waren öffentlich und lange vorher bekannt.

Der Wettbewerb stellt für alle Studierenden (immer noch) eine hervorragende Möglichkeit dar, eigene Ideen und Wünsche zu realisieren. Dass es sich dabei um einen Wettbewerb handelt, dürfte nur diejenigen abschrecken, die noch nicht begriffen haben, dass sich nicht ausschließlich die Wirtschaft wettbewerbsförmig ausrichtet. Vielmehr ist der Wettbewerb in alle Lebensbereiche eingedrungen und der Kapitalismus vom Marktprinzip zur Lebensweise und zum handlungsleitenden Prinzip mutiert.